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Die Page der Radiomisere wird redaktionell nicht mehr aktiv betreut.

Die konkrete Umsetzung der Charta findet zurzeit im Dialogorgan statt. In regelmässigem Informationsaustausch werden die Ziele der Charta konkretisiert und die Schwierigkeiten analysiert, mit dem Ziel, die Umsetzung zu optimieren und zu garantieren. Jährlich werden die Anteile der CH-Musik in den einzelnen Radioprogrammen als Richtwerte definiert.

Richtwerte CH-Musik 2006 (pdf)

Ihr findet auf dieser Homepage die kernigsten Statements von MusikerInnen, PolitikerInnen und sonstigen ExpertInnen zum Thema. Ein kurzer Abriss der Geschichte der Charta zeigt den langen Weg von den ersten Streitgesprächen bis zur unterzeichneten Charta. Ebenfalls findet ihr alles Wissenswerte in der Zeitung «radiomisere» (pdf-download).
 

   


Wie kam es zur Charta

Die Vernachlässigung der Schweizer Musik an unseren Radios hatte Tradition. Seit Jahren war der Anteil mickrig – sowohl an öffentlichen als auch an privaten Stationen. Immer wieder wurde die Schweizer Musikszene mit Lippenbekenntnissen vertröstet.

2001 fiel der Startschuss zur Aktion Radiomisere. Das Konzept wurde erarbeitet, eine erste Pressekonferenz abgehalten, sowie alle relevanten Parteien an einen Tisch gebracht.

2002 Zusätzlich Öl ins Feuer goss die Ankündigung von DRS 3, ihr Abendprogramm erneut umstrukturieren zu wollen und die Musik-Specials zu kürzen oder ganz aus dem Programm zu kippen. Die Bekanntgabe dieser Absichten löste unter den Musikliebhabern und in der Presse laute Kritik an DRS 3 aus. Im selben Jahr formierte sich aus der Aktion Radiomisere der Verein «idée suisse – wir wollen Taten hören», der eine Zeitung mit dem Titel «radiomisere» publizierte.

An einer Medienkonferenz verteidigte der Direktor von Schweizer Radio DRS, Walter Rüegg, die Strategie der SRG SSR. Darauf reagierte der Verein mit einem offenen Brief. Viele Stunden Kontaktpflege zu Politikvertretern waren nötig, um die Anliegen der Musiker glaubwürdig ins Parlament zu tragen. Und die Bemühungen trugen Früchte: Im Oktober beriet das Parlament das neue Radio- und Fernsehgesetz RTVG. Für die Schweizer Musikszene und die Initianten des Vorstosses «idée suisse – wir wollen Taten hören» besonders erfreulich war der neue sinngemässe Wortlaut im RTVG-Entwurf: Der Bundesrat hat die Möglichkeit den nationalen Sendern Mindestanteile für die Berücksichtigung des schweizerischen Musik- und Filmschaffens vorzuschreiben. Dies geschah gegen den Willen der SRG-Verantwortlichen, lag aber ganz auf der Linie der Schweizer Musikszene und –branche.

2003 Nach dem Gesetzesentwurf des Bundesrates geriet einiges in Bewegung und die SRG SSR zeigte sich kooperativer – die Idee der Charta wurde geboren. Lange war nicht klar, ob eine zufriedenstellende Charta erarbeitet werden konnte oder ob die Einführung einer Quote nicht mehr zu umgehen war. Man stand einer Quote skeptisch gegenüber, musste aber einräumen, dass die in Kanada, Spanien und Frankreich vor Jahren eingeführte Quote durchaus positive Auswirkungen hatte – sich jedoch auf die Sprache bezog.

2004 War es endlich soweit: Vertreter der Schweizer Musikschaffenden und die SRG SSR idée suisse unterzeichneten die Charta der Schweizer Musik. Sie war das Resultat des intensiven und konstruktiven Dialogs zwischen den beiden Partnern, nach jahrelangen Bemühungen der MusikerInnen um eine stärkere Berücksichtigung von Schweizer Musik in den Radioprogrammen der SRG SSR idée suisse. Zu den wesentlichsten Punkten, welche die SRG SSR gewährleistet, gehören die Ausstrahlung eines angemessenen Anteils an Schweizer Musikproduktionen in allen Radio Programmen - die Einzelheiten werden durch die Partner in einem Dialogorgan geregelt -, die Information über das Musikgeschehen in der Schweiz sowie die Beteiligung an Aktivitäten und Produktionen, die zur Förderung der Schweizer Musik geeignet sind.

Unterzeichnet wurde die Charta von Armin Walpen (Generaldirektor SRG SSR) und Walter Rüegg (Präsident Radiodirektorenkonferenz). Als Vertreter der Schweizer Musikschaffenden zeichneten Bruno Marty (action swis music), Alec von Tavel (ASMP), Marco Zanotta (IFPI), Hanspeter Seiler (IG Volkskultur Schweiz und LI) Karl Knobloch (SIG), Alois Koch (SMR), Urs Röllin (SMS), Hans Peter Völkle (SMV), Ulrich Gasser (STV), Alfred Meyer (SUISA) und Willy Viteka (SVMV).

2005 Erste erfreuliche Ergebnisse zeichneten sich ab. Der Verein «idée suisse – wir wollen Taten hören» hatte seine Aufgabe erfüllt und konnte aufgelöst werden.


CHARTA DER SCHWEIZER MUSIK
im Wortlaut (pdf)
ANHANG CHARTA DER SCHWEIZER MUSIK (pdf)

Siehe auch Bericht im Swiss Music News

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